Psychosoziale Beratungsstelle

Psychosoziale Beratungsstelle

Via Nova

Die Psychosoziale und psychologische Beratungsstelle berät Menschen mit Behinderungen, Beeinträchtigungen und/oder Benachteiligungen - unabhängig davon, ob Sie in einer Einrichtung oder in Ihrer eigenen Wohnung leben. Das Beratungsangebot beinhaltet zudem die Beratung der Angehörigen und/oder anderen Bezugspersonen.

 

Die Beratungsstelle hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen die aufgrund ihres "Andersseins" psychische oder soziale Schwierigkeiten zu bewältigen haben, bei der Lösungsfindung dieser Probleme zu unterstützen bzw. zu begleiten. Die Familie, Angehörigen und Bezugspersonen werden dabei nach Möglichkeit mit einbezogen, da sie für den Menschen den wichtigsten Teil des Systems seiner Lebenswelt darstellen und bei Entscheidungs- und Lösungsfindungen für den "eigenen, individuellen Weg" dazugehören.

 

Die Beratung erfolgt in Form von pädagogischer und psychologischer Gruppen- oder Einzelfallarbeit, sowie Teamberatung in Organisationen der Behindertenhilfe.

 

 

Beratung für Menschen mit Verletzungen des zentralen Nervensystems

Die akute und rehabilitative Anfangsbehandlung von Menschen mit Verletzung/Störungen des zentralen Nervensystems ist oft sehr gut. Die nachgehende individuelle Weiterversorgung und Unterstützung der Wiedereingliederung im Lebensumfeld des bzw. der Betroffenen ist aber in der Regel unzulänglich.

 

Wegen der komplexen und individuellen neuropsychologischen Folgen der Hirnschädigung sind die Betroffenen oft in Selbstversorgung, Selbstregulation und Anpassungsfähigkeit beeinträchtigt und deshalb auf langfristige individuelle Behandlung und psychosoziale Begleitung angewiesen. Teilhabedefizite müssen frühzeitig erkannt und fachkundige sowie flexible individuelle Interventionen in der realen Lebenswelt des/der Betroffenen angeboten werden. Dazu gehören Maßnahmen der Re-Integration, des selbständigen oder strukturiert unterstützten Wohnens und fördernde tagesstrukturierende Maßnahmen. Eine psychosoziale Begleitung und Beratung des/der Betroffenen selbst, aber auch des Familiensystems sind während des gesamten Prozesses der Re-Integration von zentraler Bedeutung.

 

 

Beratung von Angehörigen und/oder Bezugspersonen

Wir unterstützen Sie in Form von pädagogischer und psychologischer Gruppen- oder Einzelfallarbeit, wenn

 

  • Sie das Gefühl haben, durch und in Ihrer Umwelt behindert zu werden
  • Sie seelische und körperliche Gewalterfahrungen gemacht haben
  • Sie sich häufig von Ihrem Umfeld überhört und unverstanden fühlen
  • Sie etwas in Ihrem Leben ändern möchten
  • Sie Probleme haben, einen Partner oder eine Partnerin zu finden
  • Sie um einen geliebten Menschen trauern

 

Gruppenangebote und Einzelfallarbeit:

  • Selbstsicherheitstraining / Soziales Kompetenztraining
  • Seelische Stabilisierung
  • Stress- & Frustrationsbewältigung
  • Motivation & Lebensperspektiven
  • Entspannungstechniken
  • Sexualität
  • Biographiearbeit
  • Trauerarbeit
Beratung für erwachsene Menschen mit Behinderung

Wir beraten Sie

 

Wenn Sie als Mensch mit Behinderung durch Ängste, Depressionen und psychosomatische Beschwerden, Überlastungs- und Überforderungs-Situationen belastet sind und dadurch Ihr Lebensalltag in der betreuten Wohneinrichtung, im Wohnheim, Zuhause etc. überschattet wird.

 

Wenn Sie Angehöriger eines Menschen mit Behinderung sind und aufgrund der erhöhten Alltagsanforderungen von Ängsten, Depressionen, psychosomatischen Beschwerden, Überlastungs- und Überforderungs-Situationen belastet sind. Die genannten Beschwerden können häufig in Zusammenhang mit Belastungen stehen, denen Sie aufgrund Ihrer eigenen Behinderung oder der eines Familienmitglieds bzw. einer nahe stehenden Person ausgesetzt sind.

 

In den Gesprächen steht die gemeinsame Entwicklung neuer Blickwinkel und das Aufdecken und Nutzen vorhandener Ressourcen im Vordergrund. Sie werden dabei unterstützt, für sich und ihre Angehörigen gemeinsam Lösungen zu finden.

 

Beratung für Kinder und Jugendliche

Mögliche Beratungsangebote:

Auf eine ausführliche und konkrete Ausformulierung der Angebote haben wir im Folgenden verzichtet, da sich die Ausgestaltung der Psychosozialen Beratung in der Zusammenarbeit mit den Kindern- und Jugendlichen und deren Familien ergibt. Gruppenangebote werden bedarfsorientiert konkretisiert und konzeptuell ausformuliert.

Einzelangebote:

  • Psychosoziale Beratung von Bezugsperson(en)/alleinerziehender Bezugsperson
  • Psychosoziale Beratung von Geschwistern
  • Psychosoziale Beratung von weiteren Angehörigen
  • Psychosoziale Beratung des Kindes oder des Jugendlichen


Gruppenangebote für Kinder und Jugendliche:

  • Für Kinder und Jugendliche (beispielhaft):
  • Gruppenangebote zu bestimmten Themen
  • Soziales Kompetenztraining
  • Umgang mit Gefühlen, Konflikten
  • Zukunftsplanung


Für Geschwister:

  • Erfahrungsaustausch in der Gruppe mit anderen in ähnlicher Weise betroffenen Geschwistern
  • Gruppenangebote für Familien/Eltern/alleinerziehende Elternteile:
  • Für Familien/Eltern/Alleinerziehende
  • Psychosoziale Beratung der Familie/der Eltern (Familienberatung)
  • Familien-Gruppen-Beratung mit in ähnlicher Weise betroffenen Familien/Eltern/ Alleinerziehenden (Multi-Familienberatung)
  • Eltern-Gesprächskreise


Die Beratung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung(en) orientiert sich an der Lebensumwelt, dem Alltag und den Ressourcen des Kindes/Jugendlichen und nutzt von daher auch den Dialog mit Eltern und der Familie. Unsere Beratung findet demnach familienorientiert statt, unter Umständen beziehen wir auch andere Bezugspersonen und Institutionen, die die Umwelt des Kindes/Jugendlichen, der Familie bilden, in den Dialog mit ein.


Daraus ergeben sich für uns folgende Beratungsziele im Hinblick auf Kinder und Jugendliche mit Behinderung:

  • Aufbau und Stärkung von resilienzfördernden Aspekten, die Krisen vorbeugen oder diese abmildern können, wie
  • Aufbau und Erweiterung von Problemlösefähigkeit, Selbstwirksamkeits-überzeugungen, Selbstregulation.
  • Stärkung der Ich-Identität, Selbstvertrauen, positives Selbstkonzept
  • Unterstützung der Identitätsentwicklung, um eine größtmögliche Entfaltung der eigenen Fähigkeiten zu ermöglichen und somit eine größtmöglichst selbstbestimmte Teilhabe in der Gesellschaft zu erreichen.
  • stabile Bezugspersonen, stabiles familiäres System, Kohärenz und Kohäsion in der Familie.
  • Verhinderung und Abbau von Verhaltensweisen, die die Familien überfordern, überlasten, eine Beschulung erschweren oder eine stationäre Unterbringung notwendig machen würden.
  • Aufbau und Erweiterung des eigenen sozialen Netzwerks, insbesondere in Hinsicht auf die eigene Peer-Group und Begleitung/Unterstützung bei Identitäts- und Ablösungsprozessen in der Pubertät und frühen Adoleszenz.
  • Kooperation mit Fachleuten, die zur Lebensumwelt des Kindes/dem Jugendlichen gehören (bspw. Mitarbeiter/innen aus Kindertageseinrichtungen, Hortbetreuung, Schulen, aus der Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe, Ärzte, Therapeuten, Kliniken, SPZ u.v.m.) mit dem Ziel die Interaktion zwischen dem Kind/dem Jugendlichen in seiner Umwelt zu verstehen und eine hohe Vielfalt von Perspektiven und Lösungsmöglichkeiten zu eröffnen (siehe auch Retzlaff, 2008, S. 79 ff).

 

Daraus ergeben sich für uns folgende Beratungsziele im Hinblick auf Familien, Eltern und alleinerziehende Elternteile mit Kindern mit Behinderung:

  • Wiederherstellung und Förderung der eigenverantwortlichen Erziehungskompetenz im Umgang mit ihrem Kind/Jugendlichen. (vgl. Steinert und Berg, 2008, S. 40 ff).
  • Entwicklung und Erweiterung der Konfliktbewältigungsstrategien sowohl innerhalb der Familie als auch im Umfeld (Kindergarten, Schule, Verein, Heim).
  • Entwicklung und Erweiterung der Feinfühligkeit in Bezug auf das Erkennen von krisenanfälligen Situationen und Entwicklung von Strategien, diese bereits in den Anfängen abzuwenden oder ggf. abzumildern.
  • Erkennen und Entwickeln von resilienzfördernden Faktoren, wie Problemlösefähigkeit, Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, positives Selbstkonzept, Kohäsion in der Familie, unterstützendes und strukturierendes, wertschätzendes Erziehungsverhalten.
  • Entlastung und Stärkung von Geschwistern in der Familie (vgl. Kasten, 2006, S.157 ff).
  • Prävention von Vernachlässigung, Gewalt und Misshandlung gegenüber Kindern und Jugendlichen mit Behinderung aufgrund von Überforderung der Bezugspersonen.
    • Vermittlung und Unterstützung beim Aufbau von tragfähigen sozialen Netzwerken durch die Einbeziehung der Angebote im Sozialraum der jeweiligen Familien.
Coaching von Teams und/oder Gruppen in der Behindertenhilfe

Jüngere pflegebedürftige Menschen (unter 60 Jahren) mit Behinderung, die in Alten-/ und Pflegeheimen untergebracht sind, gelten allgemein als "fehlplatzierte" Menschen. Sie sind, hinsichtlich ihrer (gesundheitlichen und sozialen) Bedürfnisse, "nicht am richtigen Platz".

"Fehlplatziert", da das überwiegende Eintrittsalter in ein Alten-/ und Pflegeheim erst bei frühestens 65 Jahren liegt. Alten- und Pflegeheime sind somit mit ihren Angeboten auf diese Klientel eingestellt, was den Bedürfnissen jüngerer pflegebedürftiger Menschen mit Behinderung unter Umständen entgegensteht. Auch gehen die Interessen der jüngeren pflegebedürftigen/behinderten Menschen in Alten-/ und Pflegeheimen nicht immer mit den Interessen der restlichen, älteren Heimbewohner konform, was den Aufbau und die Pflege von Kontakten erschwert. Kontakte jüngerer Menschen untereinander in Alten-/ und Pflegeheimen sind naturgemäß ebenso spärlich.

Der LWV Hessen arbeitet seit mehreren Jahren gezielt daran, die Anzahl von pflegebedürftigen Menschen mit Behinderung, die in Alten-/ und Pflegeheimen aufgenommen und versorgt werden, abzubauen.

Bemühungen, vorhandene Fehlplatzierungen durch eine Verlegung aus dem Alten- oder Pflegeheim in geeignete Wohn- und Betreuungsformen weiter zu reduzieren, stoßen an Grenzen. Denn oftmals haben die "fehlplatzierten" Menschen bereits mehrere Jahre in Alten- / und Pflegeheimen gelebt und benötigen eine gezielte und intensive (psychosoziale) Begleitung, um ihre Wünsche und Bedürfnisse zu formulieren, eine Veränderung anzustreben und auch zu realisieren.

Das Projekt "Wohnen am richtigen Platz" setzt bei dieser Problematik an und hat als Ziel, früher "fehlplatzierten" Menschen ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben, wenn möglich unabhängig von einer stationären Betreuung, zu ermöglichen. Jüngere pflegebedürftige Menschen mit Behinderung möchten oftmals noch - trotz ihrer Behinderung - ihr eigenes, selbstbestimmtes Leben, nach Möglichkeit auch in den eigenen Räumlichkeiten (oder zumindest in adäquaten Wohnheimen für jüngere Menschen mit Behinderungen) führen. "Wohnen am richtigen Platz" möchte diesem Personenkreis gezielt die Möglichkeit geben, diese Selbständigkeit und Eigenbestimmtheit wieder zu erlangen und so lange wie möglich zu erhalten.


Vorgehensweise:
Durch zielgerichtete Erörterung vor Ort durch die Mitarbeiterinnen von Via Nova - Neuer Weg (Leistungserbringer) und anschließende Beratung der Ergebnisse durch den LWV Hessen in der nächsten Hilfeplankonferenz, können die Sachbearbeiter des LWV Hessen individuell feststellen, ob ein Veränderungswunsch gegeben ist und  wie der Übergang in ein selbstbestimmtes Leben am besten sichergestellt werden kann.

Der Leistungserbringer ebnet den "fehlplatzierten" Menschen daraufhin, in Absprache und Kooperation mit dem jeweiligen Sachbearbeiter des LWV Hessen, den Weg zurück in die (betreute) Selbständigkeit. Die Nachhaltigkeit und Nachsorge, auf das die wieder erlangte Selbständigkeit dauerhaft bestehen bleibt, ist dem Leistungserbringer ein selbstverständliches Anliegen.


Vorraussetzungen:

  • Unter 65 Jahren
  • Unter der Kostenträgerschaft des Landeswohlfahrtsverband Hessens
  • Mind. 2 jähriger Alten- und Pflegeheim Aufenthalt (Grenzfälle sind möglich)


Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Frau Berndt, die Kontaktdaten finden Sie hier.

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