Zypries sagt Hilfe zu
Behindertenzentrum: Ministerin besucht Roßdörfer Einrichtung, die mehr Platz braucht
ROSSDORF. "Ich bin gekommen, um zu sehen, was Sie machen und wo ich helfen kann", sagte Brigitte Zypries (SPD) am Montag im Behindertenzentrum Roßdorf. Die Bundesjustizministerin und Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Darmstadt hatte sich Zeit genommen für die Besichtigung und ein Gespräch mit der Geschäftsführerin Daniela Rothstein, der pädagogischen Leiterin Ute Zimmer und dem Vorsitzenden des privaten Trägervereins, Markus Braun. Mit dabei war auch Bürgermeisterin Christel Sprößler (SPD).
Siehe auch unter http://www.brigitte-zypries.de/index.php...
Schnell kam Rothstein auf den Punkt: "Wir haben Platzprobleme." Fünfzig Menschen mit schwersten Behinderungen werden derzeit betreut: 39 leben auf der weitläufigen Anlage, elf kommen zur Tagesbetreuung. Die Nachfrage ist groß. Deshalb sollen zwei weitere Häuser gebaut werden. "Was zahlt der Staat?", fragte Zypries sofort. Rothstein lachte: "Deshalb sind Sie da."
Dann ging sie ins Detail. Das 300.000 Euro teure Gebäude für 18 weitere Tagespflegeplätze könnte im kommenden Jahr stehen. Eine Spendenaktion mit der Bürgermeisterin als Schirmherrin läuft. Der Darmstädter Lions-Club Mathildenhöhe hat bereits zugesagt, jeden gespendeten Euro bis zur Höhe von 40.000 Euro zu verdoppeln (wir berichteten). Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln sind dafür nicht zu erwarten.
Ganz anders beim zweiten Bau, einem neuen Wohnprojekt. "Hier führen wir gerade Gespräche mit dem Landeswohlfahrtsverband und dem hessischen Sozialministerium", sagte Rothstein. "Und wo soll ich etwas machen?", war Zypries direkte Frage. Die prompte Antwort: "Bei der vollstationären Unterbringung." Wobei es Rothstein vor allem um die Tagessätze ging: "13 Euro Zuschuss für ein angemessenes Förderangebot pro Platz und Tag sind einfach zu wenig." Die pädagogische Leiterin erklärte die qualifizierte Betreuung, die den individuellen Fähigkeiten der Bewohner gerecht werden muss.
Zypries sagte Unterstützung zu: "Wir bekommen es sicher nicht hin, dass der Landeswohlfahrtsverband seine gesamten Gruppierungen umstellt. Aber vielleicht erreichen wir für Sie eine bessere Einstufung."