Echo Online, 05.04.2006

Behindertenzentrum räumt Wohnhaus

Schimmel: Zwölf Menschen in Roßdorf ziehen aus – Feuerwehr hilft bei Umsiedlung nach Ober-Ramstadt – Abriss droht

OBER-RAMSTADT/ROSSDORF. Das Behindertenzentrum in Roßdorf hat am vergangenen Wochenende eines seiner Wohngebäude wegen eines „ungeklärten Wasserschadens und Schimmelbefall“ evakuieren müssen. Wie Geschäftsführerin Daniela Rothstein am gestrigen Dienstag mitteilte, kamen zehn der zwölf Bewohner ins Behindertenzentrum „Waldhof“ der Nachbarstadt Ober-Ramstadt. Bei der Räumung des Gebäudes waren der Malteser-Hilfsdienst und die Freiwillige Feuerwehr Roßdorf im Einsatz.

Die Ursache der Nässeschäden stehe noch nicht fest, sagte Rothstein. Ein Gutachter soll klären, ob das 1992 gebaute Haus saniert werden kann oder ein Neubau nötig ist. Die Kosten seien noch nicht abzuschätzen, so Rothstein weiter. „Wir gehen aber von mehreren hunderttausend Euro aus. “

Die Roßdörfer bedankten sich gestern ausdrücklich beim Chef der Ober-Ramstädter Behindertenstiftung „Kids Care“, Edmund Krix. Dieser habe unbürokratisch die Anmietung einer kompletten Wohneinheit am „Waldhof“ ermöglicht. Die Umgesiedelten hätten dadurch „wenigstens Stabilität und Sicherheit durch ihr gewohntes Gruppengefüge und die gewohnten Mitarbeiter“. Für die Betroffenen bedeute der Umzug dennoch eine schmerzhafte Trennung von der ihnen vertrauten Umwelt. Wann sie nach Roßdorf zurückkehren können, ist ungeklärt.