Echo Online, 26. Januar 2009

Behindertenzentrum auf Expansionskurs

Behindertenzentrum auf Expansionskurs Ausbau: Neues Tagespflegehaus und Wohnprojekt für 1,2 Millionen Euro in Roßdorf – Lions Club überreicht 85?000 Euro

ROSSDORF/DARMSTADT. Rund fünfzig körperlich und geistig behinderte Menschen werden im Roßdörfer Behindertenzentrum (BHZ) betreut. 39 leben auf der weitläufigen Anlage, zwölf kommen zur Tagesbetreuung. Weil die Einrichtung aus allen Nähten platzt, hatte der Darmstädter Lions Club Mathildenhöhe im vergangenen Jahr zu einer Spendenaktion für ein neues Gebäude mit 18 Tagespflegeplätzen aufgerufen. Bis zu einer Summe von 40?000 Euro wollte der Club eingehende Spenden verdoppeln. Inzwischen sind 45?000 Euro eingegangen.

Vom Lions Club überreichte jetzt Kurt Böttcher der Geschäftsführerin des BHZ, Daniela Rothstein, einen Scheck über 85?000 Euro. Gleichzeitig kündigten er und Roßdorfs Bürgermeisterin Christel Sprößler mit dem symbolischen Spatenstich den Baubeginn an. Schon am folgenden Tag trafen die vorgefertigten Bauteile ein, sodass am Abend bereits die neue Tagesstätte auf dem Anwesen stand. Gleich nebenan entsteht derzeit ein neues Wohnprojekt, das sich aus 31 Modulen zusammensetzt. Sie kommen aus Fulda und waren dort vorübergehend für die Altenpflege aufgestellt worden. Dass das BHZ sie direkt übernehmen konnte, war ein Glücksfall.

Nach einem Fernsehbericht hatte Rothstein damals sofort Kontakt mit der Baufirma aufgenommen. Behindertengerecht und ausgestattet mit allen nötigen Anschlüssen, Versorgungsleitungen, Heizung, Notruf, Lampen und Badewannen müssen die Teile nur wieder zusammengefügt und renoviert werden. Sie bestehen aus Stahlrahmencontainern, die nach den geltenden Wärmeschutzbestimmungen verkleidet sind, erklärte Michael Junglas vom Roßdörfer Architektenbüro API, das das Ganze abwickelt. Rund 1,2 Millionen Euro kostet das neue Wohnheim, das 23 Menschen Platz bieten soll.

Gespräche über finanzielle Unterstützung vom Landeswohlfahrtsverband und dem hessischen Sozialministerium waren ohne Erfolg geblieben. Die Kosten muss das Behindertenzentrum in voller Höhe mit Eigenmitteln und Darlehen abdecken. Allerdings hofft das Behindertenzentrum auf einen höheren Zuschuss bei den Tagessätzen für die vollstationäre Unterbringung. Die Fertigbauweise macht es möglich, dass die Bewohner schon im März einziehen und auch die Tagesstätte nutzen können. Am 4. April soll ein Fest gefeiert werden.